Test – Yakuza Kiwami

Das Remake des originalen PS2-Titel erschien zum zehnjährigen Jubiläum der Reihe in Japan. Ab dem 29. August dürfen auch die Fans im Westen die lokalisierte Fassung spielen.

Kiwamis Geschichte setzt sieben Jahre nach Yakuza Zero ein. Kazuma Kiryu ist mittlerweile kein Jungspund mehr, der sich in der Welt der Yakuza beweisen muss. Zusammen mit seinem geschworenen Bruder Akira Nishikiyama übernehmen sie Aufträge der Dojima Familie. Nachdem Nishiki Mist baut, opfert sich Kiryu und übernimmt eine Haftstrafe von zehn Jahren für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Die Zeit geht an Kiryu natürlich nicht spurlos vorbei. Es liegt nun an ihm seine Ehre wiederherzustellen und den Tojo Clan vor dem Untergang zu bewahren, der während und nach seiner Haftstrafe mit innerem Aufruhr zu kämpfen hat. Dazu muss er die neunjährige Haruka beschützen, die wohl in Verbindung mit den Geschehnissen rund um den Tojo Clan und einem Diebstahl von 10 Milliarden Yen steht.

Die graphische Überarbeitung ist äußerst gelungen

Yakuza Kiwami ist mehr als nur ein Remake des ersten Teils. Zum einen haben die Entwickler bei Sega dem Titel graphisch und technisch einen komplett neuen Anstrich verpasst, dabei aber nicht einfach nur die Texturen etwas verbessert, sondern alles, bis hin zur Synchronisation, komplett überarbeitet. Kamurocho erstrahlt durch schicke HD-Texturen und geschickt eingesetzter Lichttechnik so schön wie noch nie.  Auf der anderen Seite finden sich neue Cutscenes, ein neuer Modi und mehrere Kampfstile für Kiryu. Weiterhin wurde die gesamten Dialoge von den originalen Sprechern erneut eingesprochen, teils auch bei Gesprächen, die vorher keine Sprachausgabe hatten. Zwar gibt es beim Betreten von Innen- und Außenbereichen noch immer Ladebildschirme, diese sind aber kürzer als zuvor und stören weniger. In Yakuza 6 werden diese dann glücklicherweise gänzlich abgeschafft.

Beim Kampfsystem wurde sich an Zero orientiert. Vorbei ist die Zeit, in der Kiryu nur als Brawler die Stadt sicherer (oder unsicher) machen konnte. Neben dem Brawler-Stil habt ihr die Möglichkeit Beast und Rush zu benutzen, um euren Gegnern einzuheizen. Rush ist ein schneller Kampfstil, der auf agiles Kämpfen mit vielen Tritten und Schlägen ausgelegt ist. Diese machen dafür deutlich weniger Schaden, als es beim Beast-Stil der Fall ist. Wenige gezielte brutale und harte Schläge vernichten selbst die stärksten Gegner schnell.

Krasse Combos und brachiale Heat Actions sind Kern der Yakuza-Reihe

Neu dazu kommt zudem der Dragon-Stil. Kiryus ultimative Kampfart. Die brachialen Schläge bringen selbst die schwersten Bosse schnell zu Fall, sofern ihr den Stil aufgelevelt habt. Ein Trainer, bei dem es verschiedene Dragon Fähigkeiten zu lernen gibt, kann im späteren Spielverlauf gefunden werden. Viel wichtiger ist aber das eigens für Kiwami entwickeltes Feature „Majima Everywhere“. Kiryus Widersacher Goro Majima taucht in unregelmäßigen Abständen rund um Kamurocho auf und überrascht euch, teilweise in den verrücktesten Situationen. Es gilt dann ihn zu besiegen und dadurch nach und nach die Fähigkeiten freizuschalten, die Kiryu durch die zehn Jahre Gefängnis verlernt hat. Leider muss man feststellen, dass der vierte Kampfstil daher im anfänglichen Gameplay nahezu nutzlos ist, da die anderen ganz normal über Erfahrungspunkte aufgewertet werden können. Des Weiteren wirkt Majima in den neuen Sequenzen leicht konträr zu seiner sonstigen Darstellung, die bereits im ursprünglichen Yakuza vorhanden war.

Wie es sich für einen Yakuza-Titel gehört sind natürlich auch wieder jede Menge Mini-Spiele mit von der Partie. Im Pocket Car Stadium könnt ihr mit ferngesteuerten Wagen Rennen fahren und diese tunen, Billard und Karaoke sind vorhanden und statt Catfighting in Zero gibt es nun das bizarre Wrestling-Spiel Battle Bug Beauties: MesuKing. Wer bezüglich Spielzeit auf seine Kosten kommen will, wird definitiv seinen Spaß haben. Die reine Story erstreckt sich über gut 17 Stunden, dazu kommen etwaige Mini-Spiele und eine große Menge an Substories, die das Ganze auf gut 40-50 ausdehnen können. Dennoch bietet das Spiel deutlich weniger Langzeitmotivation und leider auch weniger Content, als es Yakuza 5 oder Zero taten.

Goro Majima taucht zu den merkwürdigsten Zeitpunkten auf

Fazit

Mir bleibt zu sagen, dass ich Yakuza Kiwami sowohl Neulingen, die mit Zero eingestiegen sind oder auch alten Fans der Reihe empfehlen kann. Kiryus ursprüngliches erstes Abenteuer im neuen, schicken Gewand zu erleben macht Spaß. Die Geschichte hat mich von Anfang bis Ende gepackt. Darüber hinaus tragen die stark überarbeitete Optik und die neue Synchro viel dazu bei, dass sich der Titel zeitgemäß spielt.
Positiv
  • - Story und Charaktere erstklassig
  • - "Majima Everywhere"-Funktion
Negativ
  • - Weniger Content als die Vorgänger
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