Top 10 – Visual Novels/ Japanische Adventures Teil 3

Weiter geht es mit den Plätzen 6 und 5.

Platz 6 – Policenauts

Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Plattform: PlayStation 1 (inoffizieller engl. Patch)
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Nachdem wir mit Snatcher schon einen frühen Titel von Kojima hatten, kommt mit Policenauts ein weiterer Geniestreich des Japaners.

In Policenauts schlüpfen wir in die Rolle des „Police-Astronauts“ Jonathan Ingram, der bei einer Mission im Weltraum die Kontrolle über seinen Raumanzug verliert und in die Tiefen des Alls geschleudert wird, ohne dass seine Kollegen etwas dagegen unternehmen können. 25 Jahre später wird Jonathan allerdings per Zufall im All treibend entdeckt. Die Kryoschlaf-Funktion seines Raumanzugs hielt ihn die ganze Zeit über am Leben. Mittlerweile arbeitet der ehemalige Weltraum-Polizist als Privatdetektiv und bekommt Besuch von seiner Ex-Frau Lorraine, die ihn bittet ihren verschwundenen zweiten Ehemann zu finden.

Policenauts ist vom Gameplay her Snatcher sehr ähnlich. Allerdings gibt es kein Menü mit Befehlen, sondern einen Cursor mit dem ihr die Spielwelt erkunden könnt. Wie Snatcher ist der Titel komplett synchronisiert, allerdings nur in japanischer Sprache. Eine offizielle englische – geschweige denn deutsche Version – gibt es nicht. Einige Fans des Spiels haben sich aber zusammengesetzt und 2009 einen inoffiziellen Patch veröffentlicht, der die Texte im Spiel in Englisch wiedergibt. Im Klartext heißt dies, dass ihr euch eine japanische Version des Spiels für die PlayStation 1 besorgt, diese am PC auslest, den Patch drauf spielt und das Spiel dann entweder per Emulator am PC spielt oder wiederum auf eine CD brennt und auf eurer gemoddeten PlayStation 1 zockt.

Kurzreview:

Kojima ist ein riesiger Film-Fan. Dies hat sich über die Jahre nicht geändert und ist bei jedem seiner Titel zu sehen. Ist Snatcher eine Hommage an Terminator und Blade Runner, so ist Policenauts wie Lethal Weapon, bloß im Weltraum. Was im Buddy-Cop Film von ’87 Martin Riggs und Roger Murtaugh sind, sind bei Policenauts Jonathan Ingram und Ed Brown.

Neben den Leseabschnitten, bittet der Titel ein paar Puzzles sowie Schusswechsel, die aufgrund der nicht optimalen Steuerung gar nicht so leicht sind. Eines der schwierigeren Rätsel im Spiel ist das entschärfen einer Bombe, was recht lange dauert und beim Scheitern verlangt, dass ihr nochmal von vorne anfangen müsst.

Im Vergleich zu Snatcher bietet Policenauts‚ Geschichte eigentlich keine wirklichen Twists und Wendungen. Die Detektiv-/Crime-/SciFi-Geschichte verläuft sehr gradlinig, macht das was sie zeigt meiner Meinung nach aber perfekt. Selbstverständlich ist das Spiel nicht frei von Clichés, aber diese sind gut in Szene gesetzt und fallen nicht störend auf. Die Welt und die Geschichte drum herum sind aber einfach zu gut präsentiert und gleichen dies für mich aus.

Wie bei Snatcher musste ich auch hier das ein oder andere Mal in einer Komplettlösung nachschauen, wie es denn nun weitergeht. Oftmals fehlte mir lediglich eine Dialogoption, die ich übersehen hatte.

Interessanterweise fand sich hier der erste Auftritt der später in Metal Gear Solid vorkommenden Meryl (Silverburgh). Die knallharte Polizistin ist Ed Brown unterstellt und unterstützt unseren Protagonisten das ein oder andere Mal.

Links: Meryl, Rechts: Protagonist Jonathan

Der Soundtrack ist wiedermal hervorragend und bietet einen Mix aus Synth, Jazz und Funk. Gerade das End Theme gehört für mich zum absoluten Highlight des Soundtracks.

Zum Abschluss noch das Intro von Policenauts, welches ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Platz 5 – Danganronpa 2 Goodbye Despair

 

Entwickler: Spike Chunsoft
Publisher: NIS America
Plattform: PlayStation Vita, Windows, Mac OS, Linux
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Ursprünglich erschien Danganronpa 2 schon 2012 – wie auch der Vorgänger – für die PlayStation Portable unter dem Titel Super Danganronpa 2: Goodbye Despair Academy (jap.: Sūpā Danganronpa Tsū: Sayonara Zetsubō Gakuen). Nach den guten Verkäufen des ersten Teils im Westen auf der PlayStation Vita entschied sich Publisher Spike Chunsoft – in Europa und Nordamerika ist NIS America Publisher – auch den zweiten Teil im Westen zu veröffentlichen.

Ihr spielt den an Amnesie leidenden Hajime Hinata, der zusammen mit 15 weiteren Schülern auf einer Insel namens Jabberwock aufwacht. Keiner der Charaktere erinnert sich wie er überhaupt auf die Insel gekommen ist. Begrüßt wird die Truppe von der niedlichen Usami, die das Ganze als Klassenfahrt deklariert und möchte, dass sich die Schüler untereinander besser kennenlernen und ihre Freundschaft und Beziehungen zueinander pflegen und aufbauen. Selbstverständlich kommt alles anders als man denkt. Aus Gründen der Spoilergefahr werde ich hierzu nicht mehr schreiben.

Kurzreview:

Wer den ersten Teil kennt, dem wird das Gameplay vertraut vorkommen. Viel Neues macht Danganronpa 2: Goodbye Despair an sich nämlich nicht. Es gibt weiterhin zwei Komponenten im Spiel. Zum einen das „School Life“, zum anderen die „Class Trials“. Euer Schulleben ist zudem nochmal in das „Daily Life“ und „Deadly Life“ unterteilt, wie anhand der Kapitelvorschau deutlich wird. Während des „Daily Lifes“ interagiert ihr mit euren Mitschülern, lernt diese besser kennen, pflegt diese Beziehungen und folgt der Geschichte. Dadurch schaltet ihr sogenannte Hoffnungsfragmente frei, mit denen ihr wiederum Skills kaufen könnte, die euch in den „Class Trials“ helfen. Auch könnt ihr in der Spielwelt Monocoins finden, mit denen ihr dann im Hauptmenü verschiedene Extras, wie Musik, Bildergalerien et cetera freischalten könnt. Das „Deadly Life“ hingegen startet nach bestimmten Ereignissen und fordert euch auf nach Beweisen für das folgende „Class Trials“ zu suchen.

Das Klassengerichtsverfahren ähnelt leicht den Gerichtsabschnitten von Ace Attorney. Die von euch gesammelten Beweise müssen als sogenannte „Truth Bullets“ auf Argumente eurer Klassenkameraden geschossen werden und diese Aussagen somit zerstören. Weitere kleinere Minispiele während des „Gerichtsverfahrens“ lassen diesen doch recht großen Teil im Spiel damit nicht zu monoton werden.

Die Spielzeit zwischen den beiden Segmenten ist recht ausgeglichen, ein wichtiger Faktor liegt aber beim Schulleben, da ihr dort die Charaktere besser kennen lernt – zumindest falls ihr das wollt – und so Hintergrundinformationen und Details rausfindet.

Neben dem abwechslungsreichen Gameplay ist ein weiterer wichtiger Faktor natürlich die Geschichte und die ist wie in Teil 1 schon bemerkenswert gut. Etliche unvorhersehbare Wendungen sowie die schrägen und interessanten Charaktere machen diesen Titel für mich noch besser als Teil 1, wobei ich beide nahezu gleichauf werten würde. Da in dieser Liste allerdings nicht mehrere Titel einer Reihe vorkommen sollten, musste ich mich in diesem Fall für den zweiten Teil entscheiden.

Wie im Vorgänger ist auch hier der Soundtrack wieder phänomenal. Zu jeder Situation gibt es den passenden Track und gerade das schon in Teil 1 vorkommende New World Order  ist mein Lieblingsstück der Reihe.

Alles in allem ist Danganronpa 2: Goodbye Despair einfach eine sehr gute Visual Novel, die jeder Besitzer einer PlayStation Vita gespielt haben sollte.

 

Wir nähern uns langsam dem Ende. Nächste Woche erwartet euch Teil 4 der Reihe mit den Plätzen 4 und 3.

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Schlagwörter:visual novel