Test – Uncharted: The Lost Legacy

Ein Uncharted ohne Nathan Drake? Naughty Dog zeigt, wie es richtig geht.

Wenn die Uncharted-Reihe von Naughty Dog für eine Sache steht, dann für packende Action, ein großes Abenteuer und beeindruckende visuelle Augenblicke. Mit Uncharted: The Lost Legacy hat das das Sony-Studio einen Ableger zum jüngsten Titel der Reihe, Uncharted 4: A Thief’s End, ins Leben gerufen. Aber kann der Titel auch ohne die Hauptrolle der Serie, Nathan Drake, halten, was er verspricht?

Alte Bekannte

In The Lost Legacy spielt nicht Nathan Drake die Hauptrolle. Dennoch aber einen Charakter, den wir bereits aus den Vorgängern kennen dürften, nämlich die ebenfalls sehr abenteuerlustige Chloe Frazer, eine Freundin von Nathan. In The Lost Legacy begeben wir uns auf die Reise nach einem mysteriösen indischen Artefakt, den Stoßzahn der Gottheit Ganesha.

Einstieg á la Uncharted

Wir sind in Indien, während die Sonnenstrahlen in voller Pracht vom Himmel strahlen. Wir befinden uns auf einem sehr belebten Markt inmitten frischer Lebensmittel und vielen Menschen. Es wird gelacht, gehandelt und sich unterhalten. Bereits hier erinnert das Szenario an den großen Bruder der Reihe und es kommt ein heimisches Gefühl auf.

Unsere Hauptfigur Chloe, möchte ein schickes Kopftuch bei dem Stand eines kleinen Mädchens kaufen. Nach harten Verhandlungen, gelingt es Chloe einen guten Preis auszumachen. Selbstverständlich ist Chloe nicht wegen einem Kopftuch auf dem Markt, sie hat es auf einige Soldaten abgesehen, die sich direkt neben dem Markt postiert haben. Das kleine Mädchen ist sehr an einem Schmuckstück von Chloe interessiert und lässt daher nicht locker, es von ihr zu ergattern. Zusammen bewegen sich die Beiden in Richtung der Soldaten. Chloe überlegt, wie sie in ein Fahrzeug der Soldaten gelangen kann, womöglich um diese auszuspionieren. Und schon lenkt das Mädchen kurzerhand einen postierten Soldaten ab, so dass Chloe in das Fahrzeug steigen und sich verstecken kann.

Nach einer kurzen Fahrt ist Chloe zusammen mit dem Fahrzeug am Zielort angekommen und merkt, dass die Innenstadt schwer bewacht wird. Soldaten in der Stadt? Was hat es damit auf sich? An einigen Straßen und Häusern ist kein Weiterkommen möglich, so dass es in guter alten Uncharted-Manier durch versteckte Wege und an Hauswänden hoch hinaus geht. Nach einigen wenigen Such-, Kriech- und Kletter-Einlagen, gelangen wir schließlich zu unserem Ziel, einem roten Tor. Sind wir erst einmal an unserem Ziel angekommen, treffen wir kurz darauf auf die Söldnerin Nadine Ross, die wir bereits aus Uncharted 4 kennen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd und einem wertvollen Fund, treffen wir auf den Warlord Asav, der uns unmissverständlich klar macht, dass mit ihm nicht zu spaßen sei. Nach einem kurzen Handgemenge treten Chloe und Nadine erneut eine turbulente Verfolgungsjagd an. Das Abenteuer beginnt…

Technisch Beeindruckend

Uncharted war bereits seit dem ersten Teil auf der PlayStation 3 eine technische Leistung. Spätestens seit Uncharted 4 auf der PlayStation 4 hat Naughty Dog der ganzen Sache noch eine Krone aufgesetzt und sogar verwöhnten High-End-Gamern die Kinnlade hat runterfallen lassen. Technisch ist Uncharted: The Lost Legacy kein Stück schlechter als der große Bruder, wenn nicht sogar an einigen Stellen noch um einiges besser. Das Gameplay läuft gewohnt flüssig und abgestimmt, die Passagen haben keine Längen und man möchte nicht aufhören zu spielen. Zu Beginn, wenn die Abendstunden in Indien angebrochen sind, kann man sich in Details nicht satt sehen. Nasser Boden mit Leuchtschriften in der Nähe werfen ein so brillantes Bild mit Licht und Farben, wie man es selten gesehen hat. Und das sogar auf der klassischen PlayStation 4. Auch die Partikeleffekte und nebligen Passagen passen einfach perfekt in die Umgebung und man hat das Gefühl, dass alles dort ist wo es hingehört. Spätestens wenn es dann in den Jungel geht, gibt es eine wahre Reizüberflutung und man genießt die beeindruckende Weitsicht.

Ein Drake-Abenteuer ohne Nathan

Zugegen, man vermisst Nathan schon ein wenig. Gerade die Art wie er immer in Erscheinung tritt ist etwas, was in The Lost Legacy irgendwo fehlt. Chloe hat zwar auch ihre ganze besondere Art, aber reicht dennoch nicht an den Charme von Nathan heran. Gerade der Einstieg in die Story mit Chloe wirkt oftmals so, dass man jeden Moment mit Nathan rechnet, der um die Ecke kommt und das Abenteuer endlich starten kann. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig und stark die Reihe mit ihren Charakteren mit den Jahren geworden ist, was sehr für die Reihe selbst spricht. Dennoch hat Naughty Dog viel Arbeit und eine packende Story kreiert, um auch die letzten Zweifel aus dem Weg zu schaffen. Ist das Abenteuer einmal voll im Gange, stellt man sich kaum noch die Frage, was Nathan gerade wohl tut. Das Spiel war als Erweiterung geplant, wurde mit der Zeit jedoch immer umfangreicher, so dass ein vollständiges Spiel daraus entstanden ist, welches ungefähr halb so lang wie Uncharted 4 ist.

Das Ohr spielt mit

Wie bereits bei Uncharted 4 ist Komponist Henry Jackman wieder mit von der Partie und hat erneut den Soundtrack des Spiels abgeliefert. Der passende orientalische Klang macht schon zum Anfang des Spiels Lust auf mehr.

Fazit

Mit Uncharted: The Lost Legacy schafft Naughty Dog ein wenig den Drive der erfolgreichen Serie zu nutzen und verpackt es in eine weitere tolle Geschichte. Chloe ist ein sehr facettenreicher Charakter und birgt das ein oder andere Geheimnis in sich, was es interessant macht, die Entwicklung mitzuerleben. Dennoch fehlt einem Uncharted-Fan die Anwesenheit und das freche Mundwerk von Nathan ein wenig. Dennoch ist das Spiel sehr umfangreich und sehr gut umgesetzt. Uncharted-Fans sollten sich diesen Teil nicht entgehen lassen. The Lost Legacy ist ab sofort im PlayStation Store für 39 Euro verfügbar.
Positiv
  • Interessante Story
  • Beeindruckende Grafik
  • Stimmiges Szenario mit tollen Schauplätzen
  • Tolle Leveldesigns
Negativ
  • Nicht sehr viele Innovationen
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Schlagwörter:uncharted