Kaum ein Thema in der Videospielwelt wird im Moment so heiß diskutiert wie Lootboxen. In der Vergangenheit berichteten wir bereits wie Belgien, Australien und der US Bundesstaat Hawaii gegen die digitalen Blindkäufe vorgehen wollen und diskutierten auch selbst darüber.

Auch in den Niederlanden wurde sich mit dem Thema von Staatlicher Seite befasst. Und nun hat die Niederländische Glücksspiel Behörde entschieden: Ja, Lootboxen sind Glücksspiel…manchmal.

Dies wird vorallem an zwei Punkten begründet: Zum einen hätten die In-Game Gegenstände bei diversen untersuchten Spielen einen wirtschaftlichen Wert, da diese auch ausserhalb des Spiels für echtes Geld gehandelt werden, und sind damit quasi „Preisgewinne“. Zum anderen sei die Konzeption und Präsentation von Lootboxen in Spielen gleichzusetzen mit dem von Glücksspielen.

In den Untersuchungen der Glücksspielbehöde wurden insgesamt zehn Spiele untersucht. Vier davon entsprachen dem genannten Punkt von Handelbaren Preisgewinnen und verstoßen demnach gegen das Niederländische Glücksspielgesetz. Die Entwickler und Publisher dieser Spiele haben nun acht Wochen Zeit, die Spiele anzupassen. Geschieht dies nicht, drohen Bußgelder oder sogar Verkaufsverbote.

Die anderen sechs Spiele verstoßen gegen kein Gesetz, wurden aber dennoch scharf kritisiert. Junge Menschen seien besonders durch den Suchtfaktor von Lootboxen gefährdet, und Spielmacher müssen jetzt selbst Verantwortung übernehmen, um Kinder besser zu schützen, so Marja Appelmann, Direktorin der niederländischen Glücksspielbehörde. „Ich appelliere an alle Spielefirmen, keine Loot-Boxen mehr für Kinder zugänglich zu machen und suchterzeugende Elemente zu entfernen“, sagte Appelman weiter.

Die zehn untersuchten Spiele wurden bisher nicht öffentlich genannt, werden aber bald bekannt gegeben.

Wie gegen die vier gesetzwidrigen Spiele vorgegangen wird, könnte einen großen Einfluss auf Entscheidungen in Resteuropa haben, wo Lootboxen ebenfalls sehr kritisch betrachtet werden.

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