Jan’s Rückblick und Top 10 2018

Gleich zwei PlayStation exklusive Titel gehören zu den besten Spielen des Jahres….und zwei 3DS Spiele!?

2018 war kein so tolles Jahr aber Hey! Die Videospiele waren sehr gut.

Die meisten zumindest. Enttäuschungen blieben nicht aus, aber allgemein lieferte das Jahr heiß erwartete Titel und positive Überraschungen gleichermaßen mit dankenswerterweise weniger Verschiebungen als in Einigen der Vorjahre.

Es ist außerdem mal wieder das Ende einer Konsolengeneration, zumindest der Anfang des Endes. 2019 wird wahrscheinlich nicht die neue Xbox(en?) und die nächste PlayStation Generation willkommen heißen, aber prominente Figuren hinter beiden haben dieses Jahr bereits angefangen mehr oder weniger offen darüber zu sprechen und das macht klar dass 2020 höchste Eisenbahn ist, dass Konsumenten ihre staubigen alten Geräte in den Müll schmeißen und die neuen hübschen, teuren schwarzen Kisten kaufen.
Bis dahin gibt’s viele besondere Spiele zu sehen, die die bereits betagten Konsolen an ihre Limits treiben (mehr oder minder, Xbox One X und PlayStation Pro haben es etwas komplizierter gemacht) und ein Vermächtnis für ihre Plattformen schaffen.
Sony mit ihrer PlayStation stach immer besonders hervor. Die letzten Jahre der PlayStation 1, 2 und 3 brachten uns Titel wie Vagrant Story, Metal Gear Solid, The Last of Us, Resident Evil 4, Uncharted 3, Persona 4 und hey, God of War….das kommt mir bekannt vor?
Und ja, Sony brachte dieses Jahr einen massiven Doppelten Schlag in Form von Marvel’s Spider-Man und God of War, exzellente Spiele UND Titel, die die Hardware auf eine Weise pushen, dass es immer noch zu beeindrucken vermag. Und nebenbei lieferte es für viele Spieler eine beruhigende Zusicherung, dass vollwertige Singleplayer-Spiele immer noch ein Ding sind.

…was uns zu einem unangenehmen Thema bringt.
Als Early Access-Spiele auf der Bildfläche auftauchten, machte das vielen Sorgen, wo dies hinführen würde. Was wenn die großen Publisher wie Ubisoft, Activision-Blizzard und EA das System ausnutzen, um unfertige Spiele viel zu teuer zu verkaufen.
Und naja…das ist passiert.
Während Early Access im manchmal gutem, manchmal schlechtem weiterlebt, haben die AAA-Publisher den Schritt ihre Spiele als Early Access zu bezeichnen übersprungen, aber tun scheinbar genau das selbe: Spiele, die noch nicht fertig sind, zu verkaufen. Nur halt für mehr Geld. Willkommen zu Games as a Service.
Aber hey, es ist nicht alles schlecht. Unerwarteterweise hat Ubisoft eine gute Handvoll positiver Beispiele zu bieten. Spiele wie For Honor, The Division und in einem geringeren Maße Assassins Creed: Origins sind nach ihren, manchmal etwas mageren, Ersterscheinungen kostenlos mit Updates versorgt worden, die substanzielle neue Inhalte brachten. Ob das die Spiele ein bisschen oder sehr viel besser gemacht hat, ist bei den obigen Titeln streitbar. Aber dann gab es noch Rainbow Six Siege, was durch dieselbe Behandlung von einem etwas enttäuschendem Ableger der Reihe zu einem der prominentesten und womöglich aktuell besten Online-Shootern wurde.
Also ja, Games as a Service ist nichts grundlegend böses an sich, doch dieses Jahr…naja. Es schien auffällig, dass die Philosophie, dass Spiele über Monate und Jahre wachsen können, vollkommen akzeptiert wurde…aber sich die Spiele zum Release besonders unfertig anfühlten. Call of Duty: Black Ops 4 scheint mit dem kompletten Wegfall eines Singleplayer Modus für einen Moment der größte Übeltäter zu sein. Aber ich schätze, da müsste man erstmal diskutieren, wie notwendig der selbige für ein Call of Duty Spiel noch war…und Activision-Blizzards langjährige…Taktik?…Destiny mithilfe von großen Erweiterungen doppelt und dreifach zu verkaufen, in der Hoffnung, dass es eines Tages zu einem guten Spiel zusammenkommt, fällt übler auf.

Der größte Übeltäter erschien mir jedoch hier Battlefield V. Nach dem desaströsen Release von Star Wars Battlefront 2 (das von 2017) hat Electronic Arts Besserung versprochen und, in aller Fairness, beinhaltet Battlefield V, soweit ich es sehe, keine der (besonders) heimtückischen Microtransaction Komplotte, die Battlefront 2 plagten. Aber, wie bereits beim Star Wars Spiel war, zum Release die Singleplayer Kampagne unfertig, mit einem signifikanten Teil davon auf ein späteres Update verschoben. Genauso der (in 2018 selbstverständliche) Battle Royale Modus, der erst im März 2019 erscheint, 4 oder 5 Monate nach dem Erscheinen des Spiels.
Und ja, die Updates werden kostenlos sein, aber…was haben die Erstkäufer gewonnen? Das Spiel hat genauso viele Bugs und Probleme, wie die letzten paar Battlefield Titel es anfangs hatten, und günstiger war’s auch nicht. Und wer weiß, ob das Spiel dann zum April 2019 überhaupt vollständig sein wird oder es nicht eine weitere Verzögerungen gibt. Man bekommt also als Käufer zum Release nicht sehr viel, außer dass man das Spiel spielen kann, bevor es wirklich fertig ist…wie eine Art…früher…Zugang….hmm.

Achja und dann war da noch Fallout 76. Angesichts dessen, dass Bethesda Game Studio Spiele sowieso schon exzessiv verbugged sind und auf viele, viele Updates angewiesen sind, um nicht beim Spielen komplett auseinanderzufallen, war es besonders…besorgniserregend, dass Bethesda schon vor Release der (nicht sehr gut gelaufenen) Beta vor “spektakulären Bugs” warnte und zusicherte, dass es sicher mit der Zeit besser wird

Und, ja, das Ergebnis war, dass Fallout 76 in diesen…und so vielen anderen Dingen eine Katastrophe ist…nur mit sehr viel weniger von den großen, massiven Inhalten und Ideen, die normalerweise als Ausrede akzeptiert werden, warum Bethesda Spiele generell so…kaputt sind (trotz, dass das Studio eine der größten Entwickler mit schier unbegrenztem Budget ist).

Also ja, “Games as a Service”…meiner Meinung nach ein beunruhigender Trend. Und leider nicht der einzige: Wie kürzlich via Podcast besprochen, ließen mich die meisten Ankündigungen der Game Awards 2018 kalt…vor allem, weil so viele Spiele dem inzwischen etwas ausgelutschtem Mad Max/Borderlands Muster folgten, was nicht nur Fortsetzungen wie RAGE 2 betrifft, sondern auch Neuankündigungen wie Obsidians “The Outer Worlds”. Und dann gab es noch den nächsten Spin Off von Far Cry, der sich stilistisch sehr unverschämt von RAGE 2 bedient, bevor das überhaupt raus ist.

Und während die Spiele immer noch sehr interessant und spielenswert aussehen (von Far Cry vielleicht abgesehen), ist es ein wenig beunruhigend, wie wenig Raum für…Überraschung die AAA-Titel 2019 lassen.

Ich freue mich auf Titel wie Sekiro: Shadows Die Twice, The Last Of Us 2 und das Resident Evil 2 Remake…aber selbst im Bestfall weiß ich schon jetzt, was von den Titeln zu erwarten ist und wie sie sich spielen werden. Zumindest gefühlt war das nicht immer so und es macht die Vorfreude auf kommende Spiele weniger…spannend.

Jedoch, all diese negativen Entwicklungen kommen leider nicht von ungefähr, wie man auch dieses Jahr mit der plötzlichen Schließung von Telltale Games wieder sehen konnte, eigentlich ein Erfolgsgarant, der jedoch scheinbar seit dem unerwarteten Erfolg der ersten Staffel von The Walking Dead durch Missmanagement in einer Abwärtsspirale zu sein schien.

Besonders traurig ist dies für die talentierten, angestellten Entwickler von Telltale, die scheinbar genauso kurzfristig von der Schließung von Telltale, wie jeder andere auch, erfahren haben und von, mehr oder weniger, heute auf morgen auf der Straße gelandet sind…während die Konsumenten (und vermutlich Investoren) in einem Sicherheitsnetz landeten und eine Weiterführung der unvollendeten vierten Walking Dead Staffel bekommen.

Und leider ist dies nicht die einzige Meldung die Verdacht zulässt, dass auch im letzten Jahr die Angestellten von Entwicklerstudios schlechter behandelt werden, als sie es verdienen. Die technisch beeindruckenden Entwicklungen seitens Rockstar Games und Quantic Dream zumindest schienen nicht das Ergebnis einer positiven und fairen Arbeitsumgebung zu sein. Und während all diese Meldungen Raum für Spekulation zulassen und “ethisches Kaufverhalten” bei Videospielen so schwierig scheint, wie anderswo auch, sollte man für 2019 diese Stories vielleicht im Hinterkopf behalten und sich so weit wie es geht, für Maßnahmen, die den talentierten Entwicklern bessere Arbeitskonditionen geben wollen, unterstützend zeigen.

Aber hey, zurück zu erfreulicheren Meldungen….Teilweise zumindest.

Virtual Reality.

Eine der schlechten Nachrichten zuerst: Der VR Hype ist tot.

Nachdem der Release von Oculus Rift, Vive und PlayStation VR zu Vorhersagen einer neuen glorreichen Videospielzukunft verführten, war von dieser Freude 2018 nur noch wenig zu spüren. VR blieb weiterhin teuer, umständlich und schwer zu verkaufen und die Fachmedien (uns mit eingeschlossen) ignorierten, bis auf sehr wenige Ausnahmen, neue potenzielle Systemseller und Neuankündigungen für Virtual Reality (die Ankündigung vom Oculus Exklusivtitel Lone Echo 2 für 2019 wurde weitestgehend genauso wie der Release von Lone Echo 1 2017 ignoriert, obwohl dies als eines der aufwändigsten und besten VR Titel bisher gilt).

Dieser Mangel an Sichtbarkeit führte einige dazu, VR als tot oder zumindest sterbend zu erklären.

ABER: So schlecht ist es um die virtuelle Realität eigentlich gar nicht bestellt.

Tatsächlich sah die Nutzung von VR Hardware bei Steam 2018 einen stetigen, wenn auch langsamen Zuwachs, und diverse Hersteller, von HTC über Pimax bis hin zu diversen Herstellern, die auf die Windows Mixed Reality Plattform setzen, entwickeln stetig weiter, teils für Endkunden, teils für Enterprise Lösungen.

Oculus kündigte für das Frühjahr 2019 eine der spannendsten Hardware Entwicklungen bisher an: Mit Oculus Quest sollen Spiele in “nahezu Rift-Qualität” und voller Bewegungsfreiheit, und das kabellos, ohne zusätzliche benötigte Hardware zu einem recht günstigen Preis (ca. 400 Euro) möglich sein. Ob die lang entwickelte, aber ultimativ auf schwächerer mobiler Hardware basierende VR Brille die vollmundigen Versprechungen erfüllen und VR einen für einen neuen Kundenkreis öffnen kann, bleibt abzuwarten. Aber spannend ist es allemal.

Und selbst wenn Oculus Quest floppen sollte, ist dies wahrscheinlich für VR nicht das Ende der Welt. Virtual Reality wird weiterleben…nur nicht unbedingt, wie vielleicht erwartet, als Mainstream Trend, sondern als Nischenprodukt.

Ein besonders gutes Zeichen dafür lieferte Sony. 2018 war das bisher beste Jahr für PlayStation VR, was sehr erfreulich angesichts dessen ist, dass Sony Hardware gerne fallen lässt, wenn es unter den Erwartungen bleibt (siehe Move, PSP und mehr noch PlayStation Vita). Aber stattdessen wurde weiter in Spiele für PSVR investiert, und ähnlich wie mit den regulären PlayStation Exklusivtiteln God of War und Spider-Man lieferte die VR Plattform zwei der besten VR Titel des Jahres mit dem kurzzeitig exklusivem Moss, sowie dem von Sony entwickelten Astro Bot Rescue Mission. Kombiniert mit Titeln wie Tetris Effect und Firewall Zero Hour, sowie heiß erwarteten Ports von Titeln wie Sprint Vector und dem VR Systemseller Beat Saber, war es das beste Jahr ein PSVR Headset zu besitzen.

Jetzt habe ich schon zweimal Sony für 2018 gelobt…wie sieht es eigentlich mit Microsoft und der Xbox One aus?

Nunja, leider nicht ganz so gut. Die vergleichsweise wenigen Exklusivtitel waren eher auf der enttäuschenden Seite. State of Decay 2 wurde schnell wieder vergessen und auch wenn Sea of Thieves sich stetig weiterentwickelt (“Games as a Service” kommt hier wieder in den Sinn), waren die ersten Eindrücke ziemlich schwach. Gut, es gab noch Forza Horizon 4, ein exzellentes Rennspiel und das vielleicht beste der Horizon Serie, aber in dem Fall war das irgendwo fast schon erwartet und alles weniger wäre eine gigantische Enttäuschung gewesen.

Wo jedoch Microsoft massiv bei mir Punkten konnte, war der “Xbox Game Pass” Service. Einer von diversen Versuchen ein “Netflix für Videospiele” zu schaffen, und genau wie Netflix von einem eher unbeeindruckendem Lineup anfangs geplagt, hat sich dieses 2018 extrem verbessert. Zunächst durch das Versprechen, dass Exklusivtitel von Microsoft zeitgleich zum Release auch für Gamepass erscheinen und man so die größten Titel in der Theorie für 10 Euro pro Monat spielen kann. Aber auch sonst konnte der Game Pass Katalog mit Neuzugängen wie DOOM, Gears of War 4, Hellblade und Rise of the Tomb Raider beeindrucken. Vor allem Dezember 2018 und Januar 2019 waren mit dem zeitgleich zum Release hinzugefügten Indie Geheimtipps Ashen und Mutant: Year Zero sowie dem lang erwarteten Titel Below und der kompletten Life Is Strange Reihe inklusive der ersten Episode des noch jungen Life Is Strange 2 besonders stark.

Der Xbox Game Pass mag manche Spieler und Entwickler konzeptuell beunruhigen und das nicht zu Unrecht. Aber was das Preis-Leistungsverhältnis angeht, ist es bei den Abo Modellen momentan unschlagbar und für Endverbraucher und Xbox Spieler ein äußerst attraktives Angebot.

Und ja…soviel zu 2018. Es gibt natürlich mehr über das man ausführlicher sprechen könnte, aber das nur so als ein persönlicher Überblick der High- und Lowlights der Industrie im Allgemeinen.

 

Aber natürlich darf bei einem 2018 Rückblick eine Top 10 Liste nicht fehlen (schon allein um allen eine Gelegenheit zu geben mich anzumeckern, weil meine Rangliste komplett falsch ist).

Ich denke, es ist selbstverständlich, dass es sich hier um eine subjektive Meinung handelt (egal wie sehr sie objektiv korrekt erscheint ^^). Genauso wie es selbstverständlich ist, dass ich nicht alle Spiele, die 2018 rauskamen, gespielt habe.

Faktisch habe ich eine ziemlich lange Liste von Spielen, die ich für meine persönliche Rangliste nicht beachtet habe, obwohl ich es durchaus wollte. Teilweise weil ich sie gar nicht gespielt hatte und teilweise weil ich sie einfach nicht GENUG gespielt habe, um mir ein vollständiges Bild des Ganzen zu machen.

Diese Spiele sind:

All Walls Must Fall
Bad North
Battletech
Celeste
Donut Country
FAR: Lone Sails
Forgotton Anne
GRIS
Iconoclasts
Just Cause 4
Moss
Mutant: Year Zero
Pit People
Shadow of the Tomb Raider
The Persistence
TT Isle of Man
Yakuza 6
Yoku’s Island Express

…und dann gibt’s noch Red Dead Redemption 2…was mich persönlich einfach nicht interessiert hat. Ätsch.

Aber nach all dem vorherigen Geplänkel, auf zur echten Top 10 Liste…und einem Spiel, das besondere Erwähnung verdient:

Astro Bot Rescue Mission

PlayStation 4 / PlayStation VR

Der einzige Grund, warum es nicht für die Top 10 gereicht hat, ist, dass ich es persönlich nicht so mit 3D-Plattformern habe. Aber gleichzeitig könnte man auch sagen, es hätte fast in die Top 10 geschafft, OBWOHL es ein 3D-Plattformer ist.

Astrobot Rescue nutzt die PlayStation VR Hardware exzellent, steht trotz VR-bedingter niedrigerer Auflösung und höherer Systembelastung technisch zweidimensionalen “AAA”-Spielen auf der PS4 in nichts nach und spielt sich exzellent. Vor allem fantastisch ist aber, dass so gut wie jedes Level neue Ideen und Tricks mit sich bringt, die das Spiel konstant frisch und charmant halten.

Fans des Spiels sagen dem Spiel nach, es sei quasi das “Mario 64” für Virtual Reality. Und da fällt mir nicht viel ein, was dagegen spricht.

 


10 – Sushi Striker! Way of Sushido

Switch, 3DS

Sushi Striker ist ein originelles Puzzle Spiel, was viel wert in einem Genre ist, was oft in die Gefahr läuft, in generische Match-3 Konzepte zurückzufallen. Aber nicht nur das: Es ist temporeich, aufregend und bietet eine umfangreiche Kampagne mit sehr gut implementierten RPG Elementen. Und einer Story über einen Sushi basierten Krieg, in dem ein tyrannisches Königreich die Bevölkerung mit Sushi Verboten unterdrückt. Mit einem jungen Protagonisten, der die geheime Macht von Sushi für sich entdecken muss, damit der Widerstand gegen die Unterdrücker gewinnen kann. Sehr, sehr “Anime” also, und wundervoll überzogen.

Und hey…es spielt sich auf dem Nintendos 3DS besser als auf der Switch.

Das ist…interessant.

 


09 – Return of the Obra Dinn

PC

Papers Please Macher Lucas Pope kehrte 2018 triumphal mit einem Spiel zurück, das erneut spannende neue Wege geht, um eine Geschichte zu erzählen, und diese selbst zum größten Rätsel des Spiels macht. Und liefert das ganze in einem fantastischen Grafikstil, der stillstehend wohlige 80er Heimcomputer Nostalgie vermittelt, aber dennoch in Bewegung zu beeindrucken weiß.

Auch wenn sich das Zusammenrätseln der Rahmenhandlung und die vagen (exzellent eingesprochenen) Dialogfetzen die Dinge manchmal etwas arg umständlich erscheinen lassen, ist das Erkunden des Schicksals der Obra Dinn und seiner Crew ein Highlight von 2018, das nicht verschollen gehen darf.

 


08 – WarioWare Gold

3DS

Mit einem kleinen Vorsprung vor der Punch-Out!! Reihe ist WarioWare das beste Nintendo Franchise aller Zeiten und niemand kann mich von etwas anderem überzeugen.

Das Konzept der hektischen “Microspiele”, bei denen es oft die wahre Herausforderung ist, sie innerhalb von wenigen Sekunden überhaupt erstmal zu verstehen, macht so viel Spaß wie eh und je. WarioWare Gold setzt dem ganzen ein Monument mit den bekanntesten und/oder besten dieser Microspiele, aber auch gleichzeitig ein Monument Nintendos bekanntester technischer Gimmicks, vom Touchscreen über das 3DS integrierte Mikrofon bis hin zur “Bewegungssteuerung”, wie man sie vielleicht noch aus WarioWare Twisted! kennt.

Das ganze kommt dann auch noch in einem dicken Paket mit den üblichen Bonus Minispielen, die teilweise fast schon gut genug für eigene kleine Spiele wären, jeder Menge interaktiver “Spielzeuge” und einem Level an Nintendo-spezifischer Nostalgie, wie man sie sonst nur in einem Smash-Bros Spiel sieht.

Außerdem sind die kleinen “Story” Segmente der “Kampagne” des Spiels diesmal voll synchronisiert und bringen dank talentierter Sprecher wie (selbstverständlich) Charles Martinet ein wunderbares komödiantisches Timing, die WarioWare Gold zusätzlich noch zu einem der witzigsten Spiele 2018 macht.

 

07 – Into The Breach

PC, Switch

Angesichts dessen, dass das Spiel relativ früh im letzten Jahr erschien ist, ist es zu leicht zu vergessen, wie sehr es seine Spielergemeinde in seinen Bann zog. Das neue Spiel der Macher von FTL ist ein Meisterwerk des Strategiespielgenres, das dank minimalistischer aber perfide perfekten Mechaniken und einem hohen Grad an offengelegter Verständlichkeit eine zeitlose Qualität hat. In seinen besten (und, vielleicht, frustrierendsten) Momenten ist Into The Breach wie ein diabolisches Schachrätsel, und selbst ein Pyrrhussieg kann sich triumphaler anfühlen, als manch andere Spiele es je könnten.

Es gibt Spiele, die mir im Jahre 2018 persönlich besser gefallen haben (offensichtlicherweise), aber ich denke Into The Breach wird der wahrscheinlichste Titel sein, an den man sich noch in 10 Jahren erinnern wird. Oder 20.

 

06 – Yakuza Kiwami 2

PlayStation 4

Zum Gamondo.de Test

Auf dem Rücken des triumphalen Comebacks der Yakuza-Serie (oder “Ryu Ga Gotoku”, wie es im Original bekannt ist, was ein sehr viel sinnvollerer Titel als Yakuza ist, was je mehr man von den Spielen spielt, ein eher irreführender Titel ist….aber das ist eine Diskussion für ein andermal) bekamen wir dieses Jahr nicht nur die lokalisierte Version vom sechsten Teil, der das Finale des Serien Protagonisten Kazuma Kiryu war, sondern auch ein aufwändiges Remake des einstmaligen Playstation 2 Titels Yakuza 2.

Auch wenn ich nicht 100%ig nachvollziehen kann, weshalb unbedingt dieser Teil unter Fans aufgrund seiner Handlung der vielleicht beliebteste ist und keine Zeit gefunden habe, rechtzeitig Yakuza 6 für den Vergleich zu spielen, ist Kiwami 2 ein exzellenter Titel.

Wie es für die Yakuza Spiele üblich ist, ist auch dieses Spiel eine brillante Fusion von bierernstem (oft kreischend melodramatischen) Gangsterdrama, absurd bizarren Nebenquests und virtuellem hedonistischen Nachtleben mit Minispielen, in die fast schon ZU viel Liebe gesteckt wurde. Zugleich fühlen sich aber auch die fiktionalen Milieus, die Fans wie ein zweites Zuhause kennen, hier lebendiger denn je an und der oftmals anachronistische steife Spielfluss ist jetzt fast vollkommen dynamisch. Bei so einem umfangreichen Remake ist es fast schon traurig, dass der Rest der Yakuza Reihe keine “Kiwami” Version mehr bekommt. Aber dank der unermüdlichen Arbeitsamkeit des Ryu Ga Gotoku Studios ist das nächste Spiel Judgement (eine Art Spin-Off von Yakuza) bereits in den Startlöchern und die Zukunft bleibt vielversprechend.


05 – Parkitect

PC

Nach langer Early Access Phase ist der spirituelle Nachfolger der Rollercoaster Tycoon Serie nun “vollständig” erschienen. 2018 war ein gutes Jahr für Tycoon Sims der alten Schule, angesichts dessen, dass neben diesem Spiel auch ein tolles neues “Theme Hospital im Geiste” mit Two Point Hospital erschienen ist.

Wie dieses Spiel, empfand ich Parkitect zunächst als einen wunderbaren Appeal an Nostalgie, was wunderbar das macht, was von ihm verlangt wird … und wenig mehr. Nicht genug für einen Top 10 Eintrag. Doch dann habe ich in Parkitect mehr Stunden gesteckt, als in die meisten anderen Spiele dieses Jahr, und das in nur einem Monat.

Parkitect modernisiert den Mix zwischen Aufbau und Management, der auch in Rollercoaster Tycoon war, und ja, es ist so suchterregend, wie es vor fast 20 Jahren schon war. Die 3D Grafik (weiterhin aus einer isometrischen Perspektive) hübscht das Ganze auf, unter anderem dank schicker Licht- und Wettereffekte. Der Businessaspekt ist entspannt, aber involviert. Und es gibt endlose Gelegenheit für Micromanagement. Und ja, viele Möglichkeiten, die besten Achterbahnen aller Zeiten zu bauen. Oder die fürchterlichsten.

Während Planet Coaster ein interessanter Schritt vorwärts war, gleichzeitig aber etwas, was sehr stark in die gestalterische Richtung gegangen ist. Das hat seinen eigenen Wert, führt aber zu Motivationsproblemen, wenn man merkt, dass man niemals so viel Zeit und Mühe in die eigenen Kreationen steckt, wie das Internet (man siehe sich nur diesen Alien Dark-Ride inklusive Filmszenen an).

Parkitect dagegen schafft es genug kreative Möglichkeiten für weniger talentierte Parkgestalter zu schaffen und sie gleichzeitig mit all den anderen Freuden des altmodischen Tycoon-ings(?) zu versorgen.


04 – Marvel’s Spider-Man

PlayStation 4

Zum Gamondo.de Test

Ich habe schon viele Worte darüber verloren, dass Marvel’s Spider-Man ein exzellentes Spiel ist. Und dann nochmal in einem Podcast!

Also nur nochmal die Kurzform: Marvel’s Spider-Man bringt eine idealisierte Version des beliebten Spider-Man 2 Spiels (das für PS2, Gamecube und Xbox) in die Gegenwart mit atemberaubenden Produktionsmitteln, sehr gutem Gameplay (das jedoch etwas zu sehr an die Batman “Arkham” Spiele erinnert) und einer der besten Stories, sowohl 2018, als auch allgemein im Superhelden Action Adventure Genre.

Und…ja, das Spiel ist auf so vielen Bestenlisten, dass alles Lob, das ich dem Spiel zurufen kann, inzwischen nur noch langweilt. Aber hey, Ehre, wem Ehre gebührt.

 

03 – Hitman 2

PC, PlayStation 4, Xbox One

Okay, zugegeben: Hitman 2 ist wenig mehr als die nie wahrgewordene zweite “Staffel” vom episodenbasierten Soft-Reboot von 2016.

Aber Hitman 1 (das von 2016) war ein Meisterwerk – das Ergebnis vom IO Interactives schier endlosem Herumentwickeln an Mördersimulatoren mit dem beliebtesten Glatzkopf der Videospielgeschichte, das fast immer zu hochwertigen Spielen geführt hat (Hitman: Absolution war eine Ausnahme, aber man kann nicht immer gewinnen).

Und Hitman 2 ist mehr davon, aber mit der vielleicht besten Selektion an Levels, die Hitman je hatte. Ich kann das Spiel nicht genug loben: Es ist ein einzigartiges Stealth-Spiel mit toller Technik (gut, die Musik ist nicht so gut, wie die hohe Zeit mit Jesper Kyd, aber dennoch ist der Score sehr gut) und faszinierenden detaillierten Dioramen an Szenarios, in denen Skripts und KI auf eine Weise ineinandergreifen, die sichtlich künstlich ist…aber enorm authentisch. Was es umso besser macht, das ganze als Spieler auf die ausgefallensten Arten durcheinander zu bringen oder direkt kaputt zu machen. Und nochmal umso besser, weil IO Interactive das weiß und damit okay ist, und dem Ganzen eine zusätzliche Portion wunderbaren schwarzen Humor gibt.

Es mag abschreckend wirken, dass das Spiel “nur” fünf Level hat (und ein weiteres in einem alternativen Spielmodus), aber das unterschlägt nicht nur wie viel Wiederspielwert jedes dieser Level hat (und das selbst ohne die “Escalation” und “Contracts” Spielmodi), sondern auch wie viele denkwürdige Momente jedes davon innehält.

Zählt man noch dazu, dass die überarbeiteten Level des Vorgängers für Hitman 1 (das von 2016) für Besitzer des selbigens nochmal drauf kommen, wird das Spiel zu vielleicht DEM Preis-Leistungssieger 2018 … Nur ist es eine Tragödie, dass das Spiel vermutlich ein kommerzieller Flop ist.

Ihr wisst, was ihr zu tun habt.

 


02 – Tetris Effect

PlayStation 4, PlayStation VR

Zum Gamondo.de Test

Es ist fast schon unfair, angesichts dessen, wie unglaublich zeitlos Tetris ist. Aber ich habe schon genug schlechte Tetris Adaptionen gespielt, um zu sagen, dass es schon einiges braucht, um ein gutes Tetris Spiel zu machen. Und es braucht mehr, um Tetris einem eigenen Touch zu verleihen, der das Spiel aufwertet und es nicht aktiv verschlechtert.

Tetris Effect verbindet die Zeitlosigkeit von Tetris, gibt dem Ganzen eine neue, frische Art der Levelprogression und gibt dem Ganzen die audiovisuelle dynamische Brillanz von….naja, dem was es ist, einem Tetsuya Mizuguchi Spiel (REZ, Every Extend Extra, Lumines, Child of Light…ihr wisst schon). Und einen VR Modus, der entgegen dem, was man denkt, einen Mehrwert hat. Und eine reichhaltige Ansammlung an Spielmodi. Aber keinen Multiplayermodus. Was immer noch ein ziemlicher Malus ist.

Aber, um beim Positiven zu bleiben, muss ich die…naja, die Positivität des Spiels ansprechen. Den etwas eigenartigen Sinn von Optimismus, der das Spiel innehat. Ja, vieles davon ist bedeutungsschwangeres esoterisches Geschwätz. Aber die Art, auf die das Spiel in einem thematischen roten Faden die Welt, sowohl als Ort als auch Konzept, sowie die Menschheit kompromisslos feiert, in einer Zeit, in der man nicht das Gefühl hat, dass es viel Grund gäbe, das zu tun. Es ist melodramatisch und nicht sehr tiefsinnig, aber wenn sich die hübschen Partikelfeuerwerke vor wundervollen Renderlandschaften und die Songlyrics einem versichern, dass du (ja, du!) alle Widrigkeiten, die du treffen magst, überwinden kannst, ist es schon ein emotional berührender Moment.

In einem Tetris Spiel. Wer hätte das gedacht.

 

01 – God of War

PlayStation 4

Zum Gamondo.de Test

Ja, es ist ein wenig heuchlerisch, einerseits die Neuheitenarmut im AAA-Bereich zu kritisieren und dann ein Reboot-Sequel-Dingens von einem Franchise, das schonmal recht totgelaufen wurde, zum besten Spiel 2018 zu ernennen.

Aber God of War (das von 2018) ist eben so gut darin, die Serie fortzuführen. In mehr als dem wortwörtlichen Sinne. Die Handlung legt einen kontemplativeren Ton an, der sich wesentlich Erwachsener anfühlt, als Kratos’ vorheriges rachegesteuertes Wut-Fest. Aber es ist auch in der Lage, die Vorgänger im Guten und im Schlechten zu reflektieren, manchmal wenn man es am wenigsten erwartet. Es ist in der Hinsicht nicht perfekt und ist eventuell (und etwas überraschenderweise) dem Exklusivkonkurrenten Spider-Man sogar unterlegen, aber trotz all dem ein denkwürdiges Erlebnis mit tonnenweise Atmosphäre und mehr Charakter, als es die Vorgänger je hatten.

Gleichermaßen wurde das Gameplay an sich aber auch wagemutig massiv überarbeitet und zwar auf eine Weise, die viele Fans abschrecken könnte (und abgeschreckt hat). Aber am Ende ist es eine willkommene Neuerung, spätestens wenn sich zur Hälfte des Spiels das ganze zum vollen Potenzial hin entwickelt, und auch wenn es sich sehr viel anders spielt als die Vorgänger, so hat man doch das Gefühl, dass God of War sich in den Grundfesten treu bleibt.

Und ja, nicht zuletzt ist das ganze in der Präsentation bis zum gehtnichtmehr aufpoliert. Das “Gimmick” eines “ungeschnittenen” Spielflusses ist in der Praxis weniger imposant, als es in der Theorie vermutlich viel Arbeit kostete, aber stilistisch und vor allem visuell ist das Gesamtergebnis dennoch absolut beeindruckend.

God of War war uns nicht nur einen Test, sondern auch einen Podcast wert und hat es auch rückblickend Monate später verdient, so ausführlich besprochen (und gelobt) zu werden. Es ist ein enorm hoher neuer Standard, an dem sich Franchise Reboots in Zukunft messen müssen. Und es wird ein harter Vergleich.

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